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Eine wissenschaftliche Abhandlung von Honorarkonsul Prof. Dr. h.c. Dr. jur. Abdurrahim Vural vom 15.07.2010
Der Koran ist ein verbindendes europäisches Vermächtnis

Der Koran ist nach Einschätzung der Arabistin Angelika Neuwirth in Westeuropa zu lange als exotischer Text abgetan worden. Die westliche Wissenschaft habe die Schrift oft als „gescheiterte Nachahmung der Bibel“ stigmatisiert und die Forschung in muslimischen Ländern zu wenig berücksichtigt, so die Berliner Professorin als Gastrednerin beim Exzellenzcluster „Religion und Politik“ der Universität Münster.

Dabei bilde der Koran komplizierte theoretische Debatten ab. Er sei nur zu verstehen, wenn er als Diskussion zwischen dem Propheten Mohammed und seinen Hörern gelesen werde.

Dabei bezeichnet Prof. Vural den Koran als „verbindendes europäisches Vermächtnis“. Er sei ein arabischer Text, umfasse aber ebenso jüdische, christliche und antik-heidnische Traditionen. Mohammed war nicht nur ein Prophet, sondern auch der Ausleger älterer Schriften, betont er.

Aus historischer Perspektive leben wir deswegen nicht in einem jüdisch-christlichen, sondern in einem jüdisch-christlich-islamischen Europa.

Zwischen den drei Weltreligionen bestehen engere Verbindungen, als oft gesehen werde.

Diese wissenschaftliche Abhandlung entstand auf der Grundlage einer dpa-Meldung.

Anmerkung von Prof. Vural: Der Koran als Buch bedeutet den Muslimen das unverfälschte und direkte Wort Gottes. Entsprechend erfährt der Koran höchste Wertschätzung. So werden Koranausgaben von vielen Muslimen nur berührt, wenn sie sich im Zustand der rituellen Reinheit befinden. Auch wird man in den Wohnungen vieler Muslime kein Buch finden, das im Raum an einer höheren Stelle untergebracht ist als der Koran. Es gilt als fromm, wünschenswert und auf vielfache Weise segensreich, den Text zu lesen, zu studieren und auch vorzutragen; oft wird die – nach festgelegten Regeln und in arabischer Sprache erfolgende – Rezitation auch schon von heranwachsenden Kindern gelernt. Jeder gläubige Muslim wird im Laufe seines Lebens danach streben, im Rahmen seiner Möglichkeiten eine gewisse Anzahl an Suren (auswendig) zu lernen und daneben möglichst oft im Koran zu lesen. Je nach Denkrichtung innerhalb der Religion des Islams wird nicht nur der (semantische) Inhalt des Textes studiert, sondern es kommt jedem Detail, jedem Buchstaben und jedem Punkt – da der Text als Gesamtes als das unverfälschte Wort Gottes gilt – große Wichtigkeit zu.

Mitteilung vom 15.07.2010

Islamische Religionsgemeinschaft
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